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Humanizer · Ratgeber

Wissenschaftliche Synonyme: Bessere Alternativen zu „darüber hinaus“, „zudem“ & Co.

Passende Alternativen zu „darüber hinaus“ sind zum Beispiel „zudem“, „ferner“ oder „ergänzend“. Welches Wort passt, hängt davon ab, ob du etwas ergänzt, einen Gegensatz markierst oder eine Folgerung ziehst. Wichtiger als die einzelne Vokabel ist aber, wie oft derselbe Konnektortyp im selben Absatz hintereinander auftaucht.

Veröffentlicht Aktualisiert 11 Min. Lesezeit

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Warum „darüber hinaus“ & Co. in wissenschaftlichen Texten auffallen

„Darüber hinaus“ ist grammatisch und stilistisch unauffällig. Zum Problem wird es erst, wenn es zwei- oder dreimal im selben Absatz steht. Dann liest sich dein Text, als hättest du Aussagen aneinandergereiht, statt sie zu verknüpfen. Bei „zudem“, „außerdem“ und „zusätzlich“ passiert dasselbe. Diese Wörter liegen beim Schreiben nahe und rutschen deshalb leicht doppelt in einen Absatz.

Additive Konnektoren geben zwei Aussagen dieselbe Rolle. Sie ordnen beide derselben übergeordneten Kategorie zu. Kausale Konnektoren vergeben dagegen unterschiedliche Rollen wie Grund und Folge. So beschreibt es das Kapitel „Additive Konnektoren“ im Handbuch der deutschen Konnektoren des Instituts für Deutsche Sprache. Deshalb bleibt ein Satz auch bei Wiederholung inhaltlich richtig. Nur die Formulierung nutzt sich irgendwann ab.

Die folgenden Abschnitte ordnen die Alternativen in drei Gruppen: additive, kontrastierende und kausale Konnektoren. Danach folgen Formulierungen für die Zusammenfassung. Innerhalb jeder Gruppe unterscheidet sich das Register. Manche Wörter passen in jede Hausarbeit, andere klingen schnell zu mündlich.

Humanizer

Beispieltext

Automatisierte Formulierungen Automatisch erzeugte Texte sind häufig sehr gleichmäßig aufgebaut und wirken dadurch distanziert schnell unpersönlich. Genau das fällt beim Lesen auf.

Zitat geschützt

„Die Begleitung entscheidet über den Lernerfolg, nicht das Medium.“

gestrichenneu formuliertZitat, bleibt wörtlich

Original und Ergebnis Wort für Wort vergleichbar

Gleiche Sprache, Bedeutung als Maßstab. Der Bericht zeigt danach die echten Werte der KI-Analyse, auch wenn ein Zielwert nicht erreicht wurde.

Abbildung 1 · Beispieltext. Gestrichene und neu formulierte Stellen bleiben sichtbar, Zitate bleiben unverändert.

Additive Synonyme: außerdem, zudem, ergänzend

Mit „außerdem“, „zudem“ und den übrigen Wörtern dieser Gruppe hängst du an eine Aussage eine weitere, gleichwertige an. In vielen Fällen kannst du sie direkt gegeneinander austauschen, ohne den restlichen Satz umzubauen.

Additive Konnektoren im Vergleich
WortRegisterBeispielsatz
außerdemneutral, in jedem Textteil passendAußerdem bestätigt die Kontrollgruppe das Ergebnis aus Abschnitt 3.1.
zudemneutral, leicht formeller als „außerdem“Zudem liegt die Rücklaufquote der zweiten Befragung deutlich höher.
ergänzendformell, gut am Satz- oder AbsatzanfangErgänzend dazu zeigt die Fallstudie, unter welchen Bedingungen der Effekt ausbleibt.
fernersehr formellFerner ist zu berücksichtigen, dass die Stichprobe nicht zufällig gezogen wurde.
des Weiterenformell, kann bei häufigem Gebrauch schwerfällig wirkenDes Weiteren lässt sich beobachten, dass die Wirkung mit der Dosis zunimmt.
hinzu kommt, dassformell, gut zum Einleiten eines neuen ArgumentsHinzu kommt, dass die Datenlage für das Jahr 2023 lückenhaft ist.

„Des Weiteren“: Schreibung und Alternativen

„Des Weiteren“ schreibst du getrennt und mit großem W, denn das Adjektiv „weiter“ ist hier substantiviert. „Desweiteren“ führt der Duden als Falschschreibung. Gleichbedeutend sind „ferner“ und „außerdem“.

Vorsicht bei „weiterhin“: Laut Duden kann es auch „immer noch“ heißen. Bei „Weiterhin steigen die Kosten“ bleibt deshalb offen, ob die Kosten immer noch steigen oder ob ein neuer Punkt folgt. „Im Weiteren“ bedeutet laut Duden „im Folgenden“. In Österreich und der Schweiz steht es auch für „des Weiteren“. Meinst du „im Folgenden“, findest du passende Varianten bei den Alternativen für „im Folgenden“.

Kontrastierende Alternativen: jedoch, dennoch, allerdings, gleichwohl

Wo die additiven Wörter ergänzen, setzen diese einen Gegensatz oder schränken die vorherige Aussage ein.

Kontrastierende Konnektoren im Vergleich
WortRegisterBeispielsatz
dennochneutralDennoch zeigt die zweite Messung einen gegenläufigen Trend.
allerdingsneutral, schränkt die vorherige Aussage einAllerdings lässt sich der Zusammenhang nur für die Teilstichprobe bestätigen.
jedochneutral, klassischer Konnektor im HauptteilDie Hypothese wird jedoch durch die Daten aus 2022 nicht gestützt.
gleichwohlgehoben, im Sinne von „dennoch“Gleichwohl bleibt der Befund in der Fachliteratur umstritten.
indes / indessengehobenIndes weist die Folgestudie auf methodische Schwächen hin.

„Jedoch“, „aber“, „allerdings“, „hingegen“: Unterschiede und Stellung

Gegensatz-Konnektoren: Bedeutung und Stellung
KonnektorBedeutungStellung im SatzBeispiel
jedochGegensatz, wie „aber“Satzanfang mit Verb direkt dahinter, Satzinneres oder nach Komma vor einem HauptsatzDie Daten zeigen jedoch keinen signifikanten Unterschied.
aberGegensatz oder Einschränkungvor dem zweiten Satz ohne Umstellung des Verbs oder nach dem ersten SatzgliedDer Effekt ist klein, aber stabil.
allerdingsschränkt einSatzanfang oder SatzinneresDas gilt allerdings nur für die jüngere Kohorte.
hingegen / dagegenstellt zwei Größen gegenüberhinter dem Satzglied, das den Gegensatz trägtIn Gruppe A stieg der Wert, in Gruppe B hingegen sank er.
wohingegen / währendGegensatz im NebensatzAnfang des Nebensatzes, Verb am EndeDie Pilotstudie nutzt Selbstauskünfte, wohingegen die Hauptstudie Messdaten erhebt.

Laut Duden bedeutet „jedoch“ so viel wie „aber“ oder „doch“. Den Unterschied macht der Satzbau. Nach „jedoch“ am Satzanfang darf das Verb direkt folgen: „Jedoch zeigen die Daten …“. Nach „aber“ nicht: „Aber die Daten zeigen …“. Falsch ist „aber“ in einer Arbeit nicht. Sein Duden-Eintrag trägt keine Stilmarkierung. Am Satzanfang wirkt es nur schlichter als „jedoch“.

„Hingegen“ braucht ein Gegenüber, etwa zwei Gruppen. Für einen bloßen Einwand passt „allerdings“. „Während“ kann laut Duden auch zeitlich gemeint sein. „Wohingegen“ ist eindeutig.

Im Satzinneren steht vor „jedoch“ kein Komma: „Die Studie zeigt jedoch …“. Verbindet „jedoch“ zwei gleichrangige Teile, steht davor eins, etwa zwischen zwei Hauptsätzen: „Die Stichprobe ist groß, jedoch fehlen Daten vom Land.“ Laut amtlichem Regelwerk gilt das für „aber“, „doch“, „jedoch“ und „sondern“ (§ 71 E2, S. 117).

Den Gegensatz in den Satzbau verlegen

Folgen mehrere Gegensätze direkt aufeinander, hilft kein weiteres Synonym. Besser ist eine vollständige Kontrastkonstruktion mit „während“ oder „obwohl“.

Unverändert: Die erste Studie zeigt einen positiven Effekt. Allerdings zeigt die zweite Studie einen negativen Effekt. Allerdings lässt sich das durch die unterschiedliche Stichprobengröße erklären.

Überarbeitet: Während die erste Studie einen positiven Effekt zeigt, findet die zweite Studie das Gegenteil. Der Unterschied lässt sich vor allem durch die unterschiedliche Stichprobengröße erklären.

Die zweite Version kommt ohne „allerdings“ aus, weil der Gegensatz schon im Satzbau steckt.

Kausale und schlussfolgernde Alternativen

Wörter wie „daher“, „folglich“ oder „somit“ leiten aus dem vorher Gesagten eine Folgerung ab. Sie passen deshalb gut ins Fazit. Wie du die Zusammenfassung selbst einleitest, zeigt der nächste Abschnitt.

Kausale und schlussfolgernde Konnektoren im Vergleich
WortRegisterBeispielsatz
alsoneutralDie Effektstärke ist gering, also lässt sich kein praktisch relevanter Unterschied ableiten.
daherneutralDie Stichprobe ist klein, daher sind die Ergebnisse nur eingeschränkt verallgemeinerbar.
demnachneutral bis formellDemnach korreliert die Nutzungsdauer signifikant mit der Zufriedenheit.
folglichformellFolglich lässt sich die ursprüngliche Hypothese nicht aufrechterhalten.
somitformell, passt gut ins FazitSomit bestätigt sich der in Kapitel 2 formulierte Erklärungsansatz.
infolgedessenformell, für Ursache-Wirkungs-KettenDer Rücklauf sank, infolgedessen verringerte sich die Stichprobengröße deutlich.

Alternativen zu „zusammenfassend lässt sich sagen“

Die Wendung ist nicht falsch. Der Kohärenz-Leitfaden der Universität Wien führt sie selbst als Formulierung für Zusammenfassungen auf, ebenso „abschließend ist festzuhalten“. Steht sie am Ende jedes Kapitels, wirkt sie aber formelhaft. Dann helfen diese Varianten.

Formulierungen zum Einleiten einer Zusammenfassung
FormulierungRegisterBeispielsatz
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass …formell, nah am OriginalZusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Intervention vor allem Jüngeren hilft.
Insgesamt zeigt sich, dass …neutral, braucht danach einen konkreten BefundInsgesamt zeigt sich, dass beide Messverfahren vergleichbare Werte liefern.
Die Ergebnisse lassen sich wie folgt bündeln: …formell, vor zwei oder drei KernpunktenDie Ergebnisse lassen sich wie folgt bündeln: Der Effekt ist stabil, aber kleiner als erwartet.
Resümierend ist festzuhalten, dass …gehoben, „resümieren“ ist laut Duden bildungssprachlichResümierend ist festzuhalten, dass die Hypothese nur teilweise zutrifft.
Im Ergebnis …formell und knappIm Ergebnis spricht mehr für das zweite Modell.
Somit … / Damit …neutral, passt nur, wenn der Schluss direkt aus dem Argument davor folgtDamit ist die zweite Forschungsfrage beantwortet.
Alles in allem …neutral, aber pauschal: heißt laut DWDS „von Details abgesehen“Alles in allem verlief die Erhebung ohne größere Ausfälle.

Diese Formulierungen eröffnen eine Zusammenfassung, ersetzen sie aber nicht. Danach muss ein konkreter Befund folgen. Vollständige Satzanfänge bis zum Ausblick findest du in den Formulierungshilfen für das Fazit.

„Abschließend“: zwei Bedeutungen

Der Duden umschreibt „abschließend“ mit „zum Schluss [erfolgend]“. In einer Arbeit kann das Wort zwei verschiedene Dinge ankündigen.

  • Letzter Schritt einer Reihe: „Abschließend wird geprüft, ob der Effekt auch in der Teilstichprobe auftritt.“ Alternativen sind „zuletzt“, „schließlich“ oder „als letzter Schritt“.
  • Fazit: „Abschließend lässt sich festhalten, dass die Methode auch für kleine Stichproben taugt.“ Alternativen stehen in der Tabelle oben.

Stehen beide im selben Kapitel, bleibt unklar, ob noch ein Arbeitsschritt oder schon das Fazit kommt. Nimm dann für die Reihenfolge „zuletzt“.

Wann ein Synonym nicht reicht

Ein anderes Wort lässt Satzbau und Argumentation unberührt. Zusammenhang entsteht in einem Text aber auf drei aufeinander aufbauenden Ebenen. So beschreibt es der Kohärenz-Leitfaden der Universität Wien nach einem Praxisbuch von Oertner, St. John und Thelen (2014). Auf der sprachlichen Ebene stiften Konnektoren den Zusammenhang, auf der gedanklichen die Verknüpfung der Argumente. Auf der Gliederungsebene tun das einleitende, überleitende und zusammenfassende Passagen. Wiederholen sich Satzbau oder Argumentmuster über mehrere Absätze, bleibt ein Text deshalb auch mit zehn verschiedenen Konnektoren eintönig.

Angenommen, jeder Absatz eines Kapitels beginnt mit „Studie X zeigt …“ und endet mit einem additiven Konnektor plus einem zweiten Befund. Ein neues Synonym ändert an diesem Muster nichts. Hilfreicher ist es, einzelne Absätze umzustellen, Ergebnisse zu bündeln oder einen Satz mit dem Befund statt mit der Quelle zu beginnen.

Wie du ganze Sätze inhaltlich treu umformulierst, erklärt der Ratgeber zum Paraphrasieren. Wiederholen sich Satzbau und Wortwahl über mehrere Absätze, musst du nicht jedes Vorkommen einzeln ersetzen. Der Certentis Humanizer kann die ganze Passage neu formulieren (Text umschreiben). Prüf das Ergebnis danach an deinem Entwurf, vor allem Fachbegriffe und Zitate.

Häufige Fragen

Nein. Problematisch wird es erst, wenn es mehrfach im selben Absatz steht, denn dann wirkt der Text wie eine Aufzählung. Abwechslung zeigt, dass du die Übergänge zwischen deinen Aussagen bewusst gesetzt hast.

Für eine Einschränkung passt „allerdings“, für einen Gegensatz trotz des vorher Gesagten „dennoch“. Vergleichst du zwei Gruppen, nimm „hingegen“. Für einen Nebensatz nimmst du „wohingegen“ oder „während“.

Getrennt und mit großem W. „Desweiteren“ ist laut Duden eine Falschschreibung. Am Satzanfang wird auch „Des“ groß.

Nein. Der Wörterbuchartikel im DWDS trägt keine Stilmarkierung. Er erklärt die Wendung aber mit „im Ganzen gesehen; von Details abgesehen“. Im Fazit zählen gerade die Details. Dort passt „Insgesamt zeigt sich, dass …“ mit einem konkreten Befund besser.

Für einzelne Wiederholungen ja. Zieht sich die Wiederholung durch den ganzen Text, bringt eine Überarbeitung des Satzbaus oft mehr als ein weiteres Synonym. Wie das geht, zeigt der Ratgeber zum Paraphrasieren.

Ja. Über eine ganze Haus- oder Abschlussarbeit hinweg ist das normal, denn Wörter wie „zudem“ oder „daher“ brauchst du in einem langen Text zwangsläufig mehrmals. Entscheidend ist die Dichte innerhalb eines Absatzes, nicht die Gesamtzahl im Dokument.

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Quellen

  1. Additive Konnektoren (Handbuch der deutschen Konnektoren) · Institut für Deutsche Sprache (IDS) Mannheim (2006)
  2. Wissenschaftlicher Stil · SchreibCenter am Sprachenzentrum, Technische Universität Darmstadt (2019)
  3. Kohärenz – How to. Die (un)bekannte Rolle des roten Fadens · Universität Wien, wishare (Materialien zum wissenschaftlichen Schreiben)
  4. Vermeidung alltagssprachlicher Formulierungen in wissenschaftlichen Arbeiten · Universität Wien, wishare (Materialien zum wissenschaftlichen Schreiben)
  5. Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis · Rat für deutsche Rechtschreibung (2024)
  6. jedoch (Adverb) · Duden online
  7. aber (Konjunktion) · Duden online
  8. während (Konjunktion) · Duden online
  9. desweiteren (häufige Fehler) · Duden online
  10. weiterhin · Duden online
  11. weitere · Duden online
  12. abschließend · Duden online
  13. resümieren · Duden online
  14. alles in allem · Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)