Humanizer · Ratgeber
Formulierungshilfen für wissenschaftliches Schreiben: Satzanfänge für Einleitung, Hauptteil und Fazit
Formulierungshilfen sind feste sprachliche Bausteine für Aufgaben, die in jeder wissenschaftlichen Arbeit wiederkehren: ein Thema einführen, eine Quelle einordnen, einen Schluss ziehen. Dieser Leitfaden sortiert sie nach Einleitung, Hauptteil, Diskussion und Fazit und erklärt, wofür jede Phrase da ist. Er zeigt auch, ab wann ein Text vor lauter Bausteinen mechanisch klingt, statt zu argumentieren.
Inhalt
Was Formulierungshilfen sind und wann du sie brauchst
„Ziel dieser Arbeit ist es, …“, „Nach Ansicht von X …“, „Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass …“: Solche Satzanfänge und Formulierungshilfen, auch Redemittel genannt, kennst du aus vielen Hausarbeiten. Du brauchst sie vor allem dort, wo eine Hausarbeit, Bachelorarbeit oder ein Essay erkennbar gegliedert sein muss. Das betrifft die Einleitung, das Einführen von Quellen im Hauptteil, das Deuten von Ergebnissen in der Diskussion und das Fazit.
Das Schreibzentrum der Hochschule Rosenheim beschreibt wissenschaftliche Sprache über sechs Merkmale. Formulierungshilfen setzen diese Merkmale sprachlich um:
- Sachbezogen: nur, was an dieser Stelle für die Frage relevant ist.
- Belegt: Aussagen stützen sich auf Quellen, nicht auf Vermutungen.
- Neutral: Wertungen stehen explizit und an der richtigen Stelle, zum Beispiel im Fazit.
- Präzise: ein Fachbegriff statt einer umständlichen Umschreibung.
- Kurz und prägnant: keine Füllwörter, keine aufgeblähten Sätze.
- Formal: weder Umgangssprache noch übertrieben förmliche Sprache.
Eine Phrase 1:1 zu übernehmen, ist kein Plagiat. Du übernimmst damit keinen fremden Gedanken, sondern eine Sprachkonvention, die in deinem Fach alle nutzen. Linguistisch bilden Formulierungshilfen oft feste Syntagmen. Sie markieren den Textaufbau und entlasten beim Schreiben. So beschreibt es Jan Iluk im Aufsatz Textorganisierende Redemittel als Forschungs-, Verwendungs- und Lernproblem. Wichtig ist trotzdem, dass du weißt, welche Aufgabe eine Phrase erfüllt. Eine Hinführung zeigt Relevanz, eine Hedging-Formulierung schränkt eine Aussage ein, eine Schlussformel ordnet ein Ergebnis ein. Wer „Daraus lässt sich ableiten, dass …“ schreibt, ohne vorher etwas hergeleitet zu haben, erhält einen Satz, der formal korrekt klingt und inhaltlich danebenliegt.
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BeispieltextAutomatisierte Formulierungen Automatisch erzeugte Texte sind häufig sehr gleichmäßig aufgebaut und wirken dadurch distanziert schnell unpersönlich. Genau das fällt beim Lesen auf.
„Die Begleitung entscheidet über den Lernerfolg, nicht das Medium.“
Original und Ergebnis Wort für Wort vergleichbar
Gleiche Sprache, Bedeutung als Maßstab. Der Bericht zeigt danach die echten Werte der KI-Analyse, auch wenn ein Zielwert nicht erreicht wurde.
Einleitung: Thema hinführen und die Arbeit ankündigen
In der Einleitung erledigen Formulierungshilfen drei Aufgaben nacheinander. Sie stellen das Thema in einen größeren Zusammenhang, benennen die Frage oder das Ziel der Arbeit und kündigen den Aufbau an. Den ersten Schritt beschreibt die Schreibwerkstatt der TU Dortmund als Abschnitt zu „Forschungslandschaft und Relevanz“: Du ordnest das Thema in einen größeren Kontext ein und arbeitest heraus, welche Relevanz und Bedeutung deine Arbeit hat. Erst danach folgt die eigentliche Fragestellung.
| Teilaufgabe | Wofür du sie brauchst | Beispielformulierungen |
|---|---|---|
| Hinführung | Das Thema im größeren Kontext verorten und seine Relevanz zeigen | „Die Frage nach … ist von besonderem Interesse, weil …“; „… ist gegenwärtig ein viel diskutiertes Thema.“ |
| Fragestellung / Zielsetzung | Die zentrale Frage oder das Ziel der Arbeit präzise benennen | „Ziel dieser Arbeit ist es, …“; „Die vorliegende Arbeit untersucht, ob/wie …“ |
| Aufbau | Den Lesenden vorab den roten Faden zeigen | „Die Arbeit gliedert sich in vier Teile: Zunächst …, anschließend …“; „Im zweiten Kapitel steht … im Fokus.“ |
Die drei Teile bauen aufeinander auf. Ohne begründete Relevanz wirkt die Fragestellung beliebig. Und ein Aufbau, der nur Kapitel aufzählt, liest sich wie ein Inhaltsverzeichnis, nicht wie ein Plan für dein Argument. Kündigst du jedes Kapitel mit „im Folgenden“ an, findest du Alternativen im Guide Synonyme für „im Folgenden“.
Hauptteil: Quellen einführen, vergleichen, einschränken
Im Hauptteil ändern sich die Aufgaben. Hier führst du Quellen ein, stellst Positionen gegeneinander, schränkst Aussagen vorsichtig ein (Hedging) und ziehst aus Belegen Zwischenschlüsse. Die Liste Redemittel für wissenschaftliche Texte ordnet solche Bausteine nach diesen Schreibhandlungen.
| Funktion | Beispielformulierungen |
|---|---|
| Eine Quelle einführen | „X vertritt die These, dass …“; „Nach Ansicht von X …“; „Wie X zeigt, …“ |
| Quellen vergleichen / kontrastieren | „Im Gegensatz zu X geht Y davon aus, dass …“; „Während X …, argumentiert Y …“ |
| Eine Aussage einschränken | „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass …“; „Zumindest für den untersuchten Zeitraum gilt, dass …“ |
| Einen Zwischenschluss ziehen | „Daraus lässt sich ableiten, dass …“; „Das legt nahe, dass …“ |
Auch nach „Nach Ansicht von X …“ braucht der Satz eine korrekte Quellenangabe. Wie du Belege formal richtig kennzeichnest, steht im Guide Richtig zitieren. Gibst du eine Position in eigenen Worten wieder, statt wörtlich zu zitieren, hilft dir der Artikel Paraphrasieren: Bedeutung, Regeln und Unterschied zum Zitieren weiter.
Diskussion: Ergebnisse deuten und einordnen
In einer empirischen Arbeit folgt auf den Ergebnisteil die Diskussion. Hier deutest du deine eigenen Ergebnisse, vergleichst sie mit der Literatur und nennst die Grenzen deiner Untersuchung. Der Leitfaden für empirische Abschlussarbeiten der Professur für Erziehungswissenschaftliche Bildungsforschung an der Universität Potsdam trennt diese Schritte klar vom Ergebnisteil. Im Ergebnisteil werden die Befunde nur berichtet und erklärt. Ihre Interpretation und Bewertung „erfolgen erst in der Diskussion“. Das Fazit führt der Leitfaden als letzten Baustein der Diskussion: eine kurze Darstellung des zentralen Befundes am Ende der Arbeit. Ob es ein eigenes Kapitel bekommt, hängt von den Vorgaben deines Instituts ab. Inhaltlich hältst du beide Teile auseinander. Die Diskussion argumentiert, das Fazit bündelt.
| Funktion | Beispielformulierungen |
|---|---|
| Ergebnis deuten | „Dieses Ergebnis lässt sich so deuten, dass …“; „Eine mögliche Erklärung dafür ist …“ |
| Mit der Literatur vergleichen | „Das deckt sich mit den Befunden von X (Jahr) …“; „Im Unterschied zu X (Jahr) zeigt sich hier …“ |
| Unerwartetes erklären | „Entgegen der Erwartung …“; „Eine Ursache könnte darin liegen, dass …“ |
| Grenzen nennen | „Einschränkend ist zu berücksichtigen, dass …“; „Die Aussagekraft ist begrenzt, weil …“ |
| Implikationen ableiten | „Für die Praxis bedeutet das …“; „Für die weitere Forschung folgt daraus, dass …“ |
Beim Deuten hilft dieselbe Vorsicht wie beim Hedging im Hauptteil. „Eine mögliche Erklärung dafür ist …“ zeigt, dass du eine Deutung anbietest und keinen Beweis führst.
Wie die Bausteine in einem Absatz zusammenarbeiten, zeigt dieses Beispiel: „Die Teilnehmenden nutzten die Lernplattform häufiger als erwartet. Eine mögliche Erklärung dafür sind die wöchentlichen Erinnerungen per E-Mail. Das deckt sich mit den Befunden von X (Jahr). Einschränkend ist zu berücksichtigen, dass alle Teilnehmenden von einer einzigen Schule stammen.“ Jeder Satz macht einen eigenen Schritt: Ergebnis, Deutung, Literaturvergleich, Grenze. Keine Phrase steht nur da, um wissenschaftlich zu klingen.
Fazit: zusammenfassen und einordnen
Für den Schlussteil gibt es laut der Schreibwerkstatt der TU Dortmund kaum verbindliche Regeln. Fest dazu gehört eine knappe Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse. Ein Ausblick auf weiterführende Fragen kann den Schluss abrunden. Gleiche abschließend Einleitung und Schluss daraufhin ab, ob die eingangs gestellte Forschungsfrage beantwortet ist. Sinnvoll ist außerdem, die Grenzen der eigenen Arbeit offen zu benennen. Hast du sie in der Diskussion schon ausgeführt, reicht im Fazit ein kurzer Hinweis. Neue Fakten gehören nicht mehr hinein, ebenso wenig eine Antwort auf die Forschungsfrage, die erst hier zum ersten Mal auftaucht.
| Teilaufgabe | Beispielformulierungen |
|---|---|
| Zusammenfassen | „Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass …“; „Wie die Untersuchung gezeigt hat, …“ |
| Forschungsfrage beantworten | „Die eingangs gestellte Frage, ob …, lässt sich damit wie folgt beantworten: …“; „Mit Blick auf die Forschungsfrage zeigt die Untersuchung, dass …“ |
| Einordnen | „Die Ergebnisse stützen die These von …, widersprechen jedoch …“; „Daraus ergibt sich, dass …“ |
| Grenzen benennen | „Eine Einschränkung der Untersuchung liegt in …“; „… konnte in dieser Arbeit nur am Rande behandelt werden.“ |
| Ausblick geben | „Weiterführende Untersuchungen könnten prüfen, ob …“; „Wünschenswert wäre eine Studie, die …“ |
Die Zeile „Forschungsfrage beantworten“ meint keine neue Antwort. Sie hält fest, was du vorher hergeleitet hast. Gerade im Fazit häufen sich außerdem „darüber hinaus“, „zudem“ und „zusammenfassend lässt sich sagen“. Alternativen für solche Übergänge findest du im Guide Wissenschaftliche Synonyme: Bessere Alternativen zu „darüber hinaus“, „zudem“ & Co..
Die Grenze: wenn Formulierungshilfen den Text mechanisch klingen lassen
Eine einzelne Formulierungshilfe signalisiert akademisches Register. Stehen viele davon dicht beieinander, immer in derselben Kombination, kippt der Effekt. Ein Absatz, der mit „Zunächst …“ beginnt und dann mit „Darüber hinaus …“, „Zudem …“ und „Zusammenfassend …“ weiterläuft, wirkt aus Bausteinen zusammengesetzt statt argumentiert.
Jan Iluk beschreibt in seinem Aufsatz zu textorganisierenden Redemitteln ein verwandtes Problem. Es genügt nicht, Schreibnovizen Listen solcher Phrasen zu geben, wenn die Listen die funktionalen und semantischen Unterschiede zwischen den Formulierungen nicht erklären. Wer diese Unterschiede nicht kennt, setzt die Phrasen leicht beliebig statt treffend ein.
Ob dein Entwurf diese Grenze überschreitet, kannst du selbst prüfen. Markiere in einem Absatz alle Formulierungshilfen und frage bei jeder, ob der Absatz den angekündigten Schritt auch macht. Beginnen mehrere Absätze nacheinander mit derselben Wendung, ersetze die Phrase oder streiche sie.
Den eigenen Entwurf natürlich klingen lassen
Mit Formulierungshilfen bringst du Struktur in einen Entwurf. Den letzten Schritt ersetzen sie nicht: den Text so zu überarbeiten, dass er wie eine zusammenhängende eigene Argumentation klingt und nicht wie eine Reihe von Bausteinen. Dafür ist der Certentis Humanizer gedacht. Mit ihm kannst du einen Text umschreiben lassen. Du gibst einen phrasenhaften Entwurf hinein und bekommst eine natürlicher variierte Fassung zurück. Der Humanizer ist darauf ausgelegt, Zitate und Belege unverändert zu lassen. Ob sie unverändert geblieben sind, prüfst du danach trotzdem an deinem Entwurf. Speziell zur Hausarbeit gibt es außerdem die Seite Hausarbeit mit KI überarbeiten.
Wie gut das funktioniert, misst der interne Produktions-Benchmark für den Certentis Humanizer. In der Version vom 28. Juli 2026 mit 10 Fällen lag die Gesamtqualität im blinden Qualitätsreview bei 85,4 von 100 Punkten. Die semantische Treue zum Ausgangstext lag bei 91,7 von 100. In 8 von 10 Fällen blieben alle vollständigen Zitate exakt erhalten. Die Zahlen beschreiben diesen einen Testlauf, nicht jeden Text und nicht jede künftige Produktversion. Protokoll und Grenzen sind unter Methodik und Benchmarks dokumentiert.
Häufige Fragen
Darf ich Formulierungshilfen 1:1 übernehmen?
Ja, einzelne Phrasen sind kein Plagiat. Ein Text, der nur aus solchen Bausteinen besteht, wirkt aber schnell mechanisch und unpersönlich. Die eigene Argumentation muss von dir kommen.
Was ist der Unterschied zwischen Diskussion und Fazit?
Die Diskussion deutet deine Ergebnisse, vergleicht sie mit der Forschungsliteratur und benennt die Grenzen der Untersuchung. Das Fazit bündelt danach kurz, welche Antwort deine Arbeit auf die Forschungsfrage gibt, und bringt keine neuen Fakten mehr.
Wie viele Formulierungshilfen pro Absatz sind zu viel?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Auffällig wird vor allem dieselbe Kombination, die Absatz für Absatz wiederkehrt.
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Zum HumanizerQuellen
- Wissenschaftliche Sprache · Schreibzentrum der Hochschule Rosenheim
- Redemittel für wissenschaftliche Texte · Duale Hochschule Baden-Württemberg, Center for Academic Skills (nach einer Vorlage der Pädagogischen Hochschule Freiburg) (2019)
- Wie formuliere ich Einleitung und Schluss? · Schreibwerkstatt, TU Dortmund
- Leitfaden zum Verfassen einer empirischen Abschlussarbeit · Universität Potsdam, Professur für Erziehungswissenschaftliche Bildungsforschung (2024)
- Textorganisierende Redemittel als Forschungs-, Verwendungs- und Lernproblem · Jan Iluk, Schlesische Universität Katowice (2015)