Umschreiben · Ratgeber
Paraphrasieren: Bedeutung, Regeln und wie es sich vom Zitieren unterscheidet
Paraphrasieren bedeutet, einen Gedanken aus einer Quelle sinngemäß in eigenen Worten und mit eigenem Satzbau wiederzugeben. Die Quellenangabe gehört trotzdem dazu. Wer nur einzelne Wörter gegen Synonyme tauscht und Satzbau und Reihenfolge des Originals stehen lässt, paraphrasiert nicht, sondern formuliert zu eng um.
Inhalt
Paraphrasieren: Definition
Eine Paraphrase gibt den Inhalt einer Textstelle wieder, aber nicht ihren Wortlaut. Am Sinn des Originals änderst du nichts, und du fügst nichts hinzu. Beide Regeln nennt auch die Paraphrasier-Broschüre der PH Freiburg. Praktisch heißt das: Du liest die Quelle, verstehst das Argument und schreibst es so auf, wie du es selbst sagen würdest. Der Gedanke gehört aber weiter dem Autor oder der Autorin. Deshalb braucht jede Paraphrase eine Quellenangabe, genau wie ein Zitat.
Vom Zusammenfassen unterscheidet sich das Paraphrasieren im Maßstab, so grenzt es auch das Purdue Online Writing Lab ab. Eine Zusammenfassung bringt einen ganzen Text auf seine Kernaussage. Eine Paraphrase bleibt bei einer einzelnen Stelle. Sie übernimmt daraus, was für deinen Zusammenhang zählt, nicht jedes Detail.
Humanizer
BeispieltextAutomatisierte Formulierungen Automatisch erzeugte Texte sind häufig sehr gleichmäßig aufgebaut und wirken dadurch distanziert schnell unpersönlich. Genau das fällt beim Lesen auf.
„Die Begleitung entscheidet über den Lernerfolg, nicht das Medium.“
Original und Ergebnis Wort für Wort vergleichbar
Gleiche Sprache, Bedeutung als Maßstab. Der Bericht zeigt danach die echten Werte der KI-Analyse, auch wenn ein Zielwert nicht erreicht wurde.
Paraphrasieren vs. Zitieren vs. Plagiat
Alle drei arbeiten mit fremden Gedanken. Verschieden ist, wie nah der Text am Wortlaut bleibt und ob die Quelle überhaupt genannt wird.
| Form | Was passiert | Beispielsatz | Quellenangabe nötig? |
|---|---|---|---|
| Zitat | Wortwörtliche Übernahme, durch Anführungszeichen gekennzeichnet | „Studien zeigen, dass intensive Smartphone-Nutzung mit kürzeren Aufmerksamkeitsspannen einhergeht“ (Weber, 2019, S. 54). | Ja |
| Paraphrase | Eigene Formulierung, eigener Satzbau, Sinn bleibt erhalten | Laut Weber (2019, S. 54) hängt intensive Handynutzung mit kürzerer Konzentrationsfähigkeit zusammen. | Ja |
| Plagiat | Fremder Gedanke ohne Quellenangabe, ob wörtlich oder in eigenen Worten | Intensive Smartphone-Nutzung hängt mit kürzeren Aufmerksamkeitsspannen zusammen. | Ja, fehlt hier aber |
Den Ausschlag gibt also die Quellenangabe, nicht allein die Wahl zwischen Zitat und Paraphrase. Wie du in den einzelnen Zitierstilen belegst, zeigt der Artikel Richtig zitieren.
Paraphrasieren in fünf Schritten
Die Schritte folgen im Kern der Broschüre des Schreibzentrums der PH Freiburg und dem Leitfaden der Newcastle University.
- Lies den Abschnitt, bis du ihn ohne Vorlage erklären kannst. Markier dabei, was du für deinen eigenen Text brauchst.
- Notiere Fachbegriffe, Namen und Zahlen, die unverändert bleiben müssen.
- Leg die Quelle weg und schreib den Gedanken in eigenen Sätzen auf. So bleibst du kaum an fremden Formulierungen hängen.
- Vergleich deine Fassung mit dem Original. Ist der Sinn erhalten? Ähnelt der Satzbau zu stark?
- Füg die Quellenangabe hinzu.
Wie das an einem ganzen Absatz aussieht, zeigt das folgende Beispiel mit der fiktiven Quelle Weber (2019).
Beispiel: ein ganzer Absatz vorher/nachher
Ausgangstext (fiktive Quelle: Weber, 2019, S. 54)
„Die Nutzung sozialer Medien hat in den letzten zehn Jahren bei Jugendlichen stark zugenommen. Studien zeigen, dass intensive Smartphone-Nutzung mit kürzeren Aufmerksamkeitsspannen einhergeht, wobei die Ursache-Wirkungs-Richtung bislang nicht abschließend geklärt ist. Gleichzeitig berichten viele Jugendliche, dass soziale Medien ihnen helfen, Kontakt zu Freunden zu halten, besonders wenn ein persönliches Treffen nicht möglich ist. Eine pauschale Bewertung als schädlich oder nützlich wird der Komplexität des Phänomens daher nicht gerecht.“
Wortersetzung statt Paraphrase (zu eng, problematisch)
Der Gebrauch sozialer Netzwerke hat im letzten Jahrzehnt bei jungen Menschen deutlich zugenommen. Untersuchungen belegen, dass häufige Handynutzung mit verkürzten Konzentrationsspannen zusammenhängt, wobei die Richtung von Ursache und Wirkung bisher nicht endgültig geklärt ist. Zugleich geben viele junge Menschen an, dass soziale Netzwerke ihnen helfen, Kontakt zu Freunden zu halten, vor allem wenn ein persönliches Treffen nicht möglich ist (Weber, 2019, S. 54).
Hier wurden nur einzelne Wörter getauscht (Nutzung → Gebrauch, Studien → Untersuchungen). Satzbau und Reihenfolge sind exakt dieselben wie im Original. Trotz Quellenangabe ist das keine echte Paraphrase.
Echte Paraphrase
Weber (2019, S. 54) beschreibt die wachsende Social-Media-Nutzung Jugendlicher als ambivalent: Einerseits finden die Studien, auf die sich Weber stützt, einen Zusammenhang zwischen intensiver Handynutzung und einer kürzeren Aufmerksamkeitsspanne; offen bleibt allerdings, was Ursache und was Folge ist. Andererseits sagen viele Jugendliche, dass ihnen die Plattformen helfen, Freundschaften zu pflegen, vor allem wenn sie sich nicht persönlich treffen können. Eine einfache Einordnung als nur schädlich oder nur nützlich greift laut Weber deshalb zu kurz.
Der Sinn ist derselbe, der Satzbau nicht. Die ersten beiden Sätze sind zu einem verdichtet, und Webers Fazit rahmt jetzt den ganzen Absatz.
Typische Falle: Wortersetzung statt Umstrukturierung
Eine Paraphrase kann missglücken, ohne dass eine Täuschungsabsicht dahintersteckt. Ein Grund kann die Methode sein: Satz für Satz werden Wörter gegen Synonyme getauscht, aber der Gedanke wird nie neu aufgebaut. Der Text bleibt dann zu nah am Original. Daran ändern auch Konjunktiv und Quellenangabe nichts. Prüf deinen Entwurf mit diesen Fragen:
- Erkennst du Satz für Satz den Aufbau des Originals wieder, obwohl die Wörter andere sind? Dann ändere die Struktur, nicht nur das Vokabular.
- Steht hinter deiner Paraphrase die Quellenangabe, obwohl du nichts wörtlich zitierst?
- Ist der Sinn unverändert geblieben, ohne eigene Wertung und ohne zusätzliche Behauptung?
Eine Plagiatsprüfung kann dir zusätzlich zeigen, welche Passagen noch wörtlich mit einer Quelle übereinstimmen.
Muss ich eine Paraphrase trotzdem zitieren?
Ja. Eine Paraphrase gibt einen fremden Gedanken wieder, und fremde Gedanken bleiben geistiges Eigentum, auch in eigenen Worten. Darin sind sich Schreibzentren wie die Schreibberatung der Universität Göttingen und Zitierstile einig. Im Satz selbst kannst du die Wiedergabe zusätzlich mit dem Konjunktiv I kennzeichnen. Wie du ihn bildest und wann eine Wendung wie „laut Weber“ genügt, erklärt der Artikel Richtig zitieren.
Paraphrasieren nach APA
Der APA-Stil kennt für die Paraphrase zwei Formen, beide mit Autor und Jahr. In der narrativen Form steht der Name im Satz: „Weber (2019) beschreibt die Social-Media-Nutzung Jugendlicher als ambivalent.“ In der Klammerform stehen beide in Klammern: „Die Social-Media-Nutzung Jugendlicher lässt sich weder als nur schädlich noch als nur nützlich einordnen (Weber, 2019).“
Eine Seitenzahl verlangt APA bei der Paraphrase nicht. Du kannst sie ergänzen, wenn sie hilft, die Stelle in einem langen oder komplexen Werk wie einem Buch zu finden: (Weber, 2019, S. 54). Ein „vgl.“ vor der Angabe, wie du es aus der Deutschen Zitierweise kennst, sieht APA nicht vor. Darauf weist etwa ein Zitationsleitfaden der Universität Münster hin. Gibt dein Institut etwas anderes vor, gilt dessen Leitfaden.
Zieht sich die Paraphrase über mehrere Sätze, setzt du die Angabe beim ersten Mal. Danach musst du sie nicht wiederholen, solange klar bleibt, dass du weiter dasselbe Werk wiedergibst. Beginnt ein neuer Absatz oder wechselst du zwischen Quellen, setzt du die Angabe erneut.
Paraphrasieren mit Certentis
Auch wenn du einen Gedanken verstanden hast, kann dein Entwurf noch an den Formulierungen der Quelle kleben. Unter Text umschreiben hilft dir der Certentis Humanizer, diesen Entwurf neu zu strukturieren. Er ist darauf ausgelegt, Zitate und Quellenangaben unverändert zu lassen.
Im internen Produktions-Benchmark für den Certentis Humanizer (Version 2026-07-28, 10 Fälle) lag die semantische Treue bei 91,7 von 100 Punkten. In 8 von 10 Fällen blieben alle Zitate exakt erhalten. Das beschreibt diesen Testlauf, nicht jeden Text oder jede künftige Version. Wie getestet wurde, steht auf der Methodik-Seite, die Ergebnisse im Einzelnen auf der Benchmarks-Seite.
Umschreiben ersetzt keine Quellenangabe. Vergleich das Ergebnis danach mit deinem Entwurf: Stimmt der Sinn noch, sind die Zitate erhalten und steht die Quelle weiter da?
Häufige Fragen
Ist eine Paraphrase ohne Quellenangabe ein Plagiat?
Ja. Ein fremder Gedanke bleibt fremdes geistiges Eigentum, auch in deinen eigenen Worten. Fehlt die Quellenangabe, ist das ein Plagiat, ganz gleich, wie weit sich die Formulierung vom Original entfernt.
Reicht es, einzelne Wörter durch Synonyme zu ersetzen?
Nein. Bleibt der Satzbau identisch und wechselt nur das Vokabular, ist das keine echte Paraphrase, sondern eine zu enge Umformulierung. Solche Stellen bleiben am Satzbau des Originals erkennbar. Eine Plagiatsprüfung kann darin außerdem gleiche Wortfolgen finden.
Darf ich Fachbegriffe beim Paraphrasieren übernehmen?
Ja. Fachbegriffe bleiben stehen, wenn ein anderes Wort nicht dasselbe bedeuten würde. Das gilt auch für Namen und Zahlen. Umformulieren musst du den Satz um sie herum, also Satzbau und übrige Wortwahl. Einen Begriff, den eine einzelne Person geprägt hat, kannst du in Anführungszeichen setzen.
Wie erkenne ich, ob meine Paraphrase zu nah am Original ist?
Leg deinen Text neben das Original. Stimmen Reihenfolge und Satzbau Satz für Satz überein, ist die Paraphrase zu eng. Leg die Quelle dann weg und schreib den Gedanken aus dem Gedächtnis neu auf.
Muss ich beim Paraphrasieren den Konjunktiv verwenden?
Nicht zwingend. Der Konjunktiv I zeigt, dass du einen fremden Gedanken wiedergibst: „Weber (2019) schreibt, eine einfache Einordnung greife zu kurz.“ Das Schreibzentrum der PH Freiburg empfiehlt ihn. Die Sowi-Schreibberatung der Universität Göttingen lässt auch den Indikativ zu, wenn Name, eine Wendung wie „laut Weber“ und Quellenangabe die Herkunft eindeutig zeigen. Mehr dazu im Artikel Richtig zitieren.
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Das Umschreiben-Werkzeug bringt einen vorhandenen Text in neue Worte. Stammt der Gedanke aus einer Quelle, gehört die Quellenangabe trotzdem dazu.
Zum UmschreibenQuellen
- Paraphrasieren · Schreibzentrum der Pädagogischen Hochschule Freiburg (2015)
- Leitfaden zum Umgang mit Plagiaten in studentischen Arbeiten an der TU Wien · Technische Universität Wien (2014)
- Richtig zitieren & paraphrasieren · Sowi-Schreibberatung, Georg-August-Universität Göttingen (2021)
- Quoting, Paraphrasing, and Summarizing · Purdue Online Writing Lab (OWL), Purdue University
- Paraphrases · APA Style, American Psychological Association (2022)
- How to Paraphrase · Academic Skills Kit, Newcastle University
- Zitationsleitfaden · Universität Münster (2024)